Dieser Beitrag enthält Wörter.
Die Lesezeit beträgt ca. Minuten.
Leseschwierigkeitsgrad:

Hausnamen - Fortsetzung 39/H1

Hausnamen  -  Fortsetzung  39/H1

Hausnamen - Fortsetzung 39/H1

Information
Bürger | veröffentlicht am: 01 Oktober 2021 | aktualisiert am: 06 Oktober 2021

Bei der Hausnamenfolge, beginnend mit der Ausgabe 19 des Bürgerblatts, kommen wir zu „Beim Gall“, Kirchstraße 10, bis 1970 Haus Nr. 25.

Woher der Hausname stammt, kann nicht festgestellt werden, da die Besitzer, die namentlich nur bis 1612 nachweisbar sind, keinen ähnlichen Namen hatten oder haben. Er könnte von einem Besitzer mit Namen Gallus aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das bereits im vorstehenden Jahrhundert bestehende Anwesen war ½ Hof und als Freistift dem Kloster Polling zugehörig. Das Freistift war eine Lehensform aus dem Mittelalter, die jährlich vom Grundherrn gekündigt werden konnte. Anfang des 18. Jahrhunderts war das Anwesen nur mehr ¼ Hof mit „3 Roß, 5 Küh, 3 Jungrind und 4 Schaf“. Im Jahre 1746 brannte der Hof mit noch 21 Häusern und der Kirche St. Gregor ab.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren 10 Generationen in männlicher und weiblicher Erbfolge mit Namen Schwibicher, Nuzinger, Bischl und Rieger auf dem Hof. Ab Ende des 17. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhundert waren die Hofbesitzer auch Bäcker.

Johann Leopold Rieger verkauft 1861 an den Schuhmacher Jakob Heldwein, Sohn von Ludwig Heldwein, der 1820 von Nabburg nach Uffing ins Haus Nr. 59/62 (Hausnummer vor/nach 1859) gezogen war.

Johann Michael Heldwein übernimmt 1898 das Anwesen. Dessen Sohn, Schuhmachermeister Franz Paul Heldwein übernimmt 1924. Die neben der Landwirtschaft betriebene Schuhmacherwerkstatt wurde 1927 um eine Schuhverkaufs- und Probierstube erweitert. Der älteste Sohn Franz, der 1961 die Meisterprüfung im Schuhmacherhandwerk ablegte, übernahm 1973.  Die Viehhaltung wird 1977 aufgegeben und der Stall in einen großen Schuhladen umgebaut. Franz Heldwein und seine Frau Gabriele betrieben Werkstatt und Geschäft, bis eine schwere Krankheit dies unmöglich machte. Mangels Nachfolger wurde wurden die Werkstatt 2016 und das Schuhgeschäft im November 2017 geschlossen, das bis dahin die Schwester von Franz Heldwein, Angela Eberle, führte. Ein großer Teil  der Schuhmacherwerkstatt wurde im Februar 2018 dem Heimatmuseum Uffing von der Familie Heldwein gestiftet. Dort kann sie an den Öffnungstagen besichtigt werden.

Anfang des Jahres 2018 wird der Schuhladen von Bäckermeisterin Nicki Kaltenriner gepachtet, umgebaut in einen Backwarenverkauf, das „Cafe am Kirchplatz“ eingerichtet und am 1. Mai 2018 eröffnet. Im gleichen Zeitraum wird von Helga Drexl und Tochter Claudia in der Werkstatt und dem alten Laden der Ausstellungsraum  „Lichtpforte“ eingerichtet. Franz Heldwein stirbt am 22. November 2018.  Nach dem Tode von Gabriele Heldwein 2020 erbte das Anwesen der Neffe Robert Heldwein, Sohn von Franz Heldweins Bruder Gottfried. Im Januar 1921 wird das Haus von der Gemeinde Uffing erworben.

Franz Huber, Text und Foto

(veröffentlicht in Hoagart 01 | Oktober 2021, siehe unten, Seite 31)

 

 

Redaktion (ehrenamtlich)
Sascha Chowdhury (Redaktion Hoagart)
Redaktionsteam: Sascha Chowdhury (Redaktionsleitung, Bürger, Gewerbe, Kommune), Franz Huber (Kunst und Kultur), Reinhard Mook (Natur und Philosophie), Hermann Pönisch (Termine und Tourismus)

Was denken Sie?

Schreiben Sie an die Redaktion!


Drucken  

Neue Beiträge

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
Das Wort "Hoagart" leitet sich vom mittelhochdeutschen "Heingarte" ("Heimgarten") ab und bezeichnet ursprünglich den Garten vor dem Haus. Traditionell ist mit "Hoagart" ein gemütliches Beisammensein mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten gemeint, gern auf dem Hausbankerl, bei dem viel erzählt, geschimpft und gelacht wird. Seinen Sie mit dabei und zeigen Sie sich als ortsansässiger Bürger aktiv mit ihrem Engagement, ihren Interessen und ihren Ansichten.