Die gedruckte Ausgabe "Hoagart Oktober 22"
ist da ! Die Verteilung an alle Haushalte
in Uffing und Schöffau hat begonnen.
Dieser Beitrag enthält Wörter.
Die Lesezeit beträgt ca. Minuten.
Leseschwierigkeitsgrad:

Bürgerbefragung in Uffing

Bürgerbefragung in Uffing

Bürgerbefragung in Uffing

Information
Bürger | veröffentlicht am: 29 Dezember 2021 | bearbeitet am: 26 Juni 2022

Im Rahmen des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes wurde ein Fragebogen unter dem Motto „Wie soll sich der Ort in den nächsten Jahren entwickeln, damit Sie sich weiterhin wohlfühlen?“ erstellt.

Außerdem wurde auf dem Uffinger Regionalmarkt im Oktober 2021 eine Umfrage hierzu gestartet. So konnten alle Bürgerinnen und Bürger direkt mitwirken und ihre Anregungen „Leben in Uffing und Schöffau“ zum Ausdruck bringen.

Wo drückt der Schuh – welche Themen liegen den Bürgerinnen und Bürgern auf dem Herzen?

Zusammenfassend lassen sich folgende Themen benennen.

Bereich Siedlungsentwicklung, Wohnen und Bauen

Grundsätzlich wird ein maßvoller Zuwachs von Wohnen und Gewerbe in der Gemeinde gewünscht. Ein Zuwachs der zum Ort passt, die Zersiedelung nicht vorantreibt und die gewachsenen historischen Ortsstrukturen berücksichtigt bzw. diese erhält. Eine Nachverdichtung im örtlichen Bestand darf nicht um jedem Preis erfolgen, beispielsweise sollen ortstypische Gärten und innerörtliche Grünflächen erhalten bleiben.
Wichtig ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die heimische Bevölkerung, damit einer Abwanderung von jungen Erwachsenen und jungen Familien entgegengewirkt werden kann. Aber auch die älteren Generationen sollen ihren Platz in unserer Gemeinde behalten. Dies bedeutet, neben der Bereitstellung geeigneter Bauplätze und der Nutzbarmachung vorhandener, ggf. untergenutzter oder leerstehender Gebäude, auch eine Aufstockung des Angebots an geeigneten, „neuen“ Wohnformen. Dabei geht es weniger um das Einfamilienhaus als vielmehr um den Wunsch nach einem Mehrgenerationenhaus, Seniorenwohnen, „Alters-WG“ oder genossenschaftlichen Wohnprojekten. Auch sollte die Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Nebengebäude in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Bereich Dorfleben, Versorgung und Öffentlicher Raum

Wo ist eigentlich unsere Ortsmitte in Uffing? Wo ist der Platz zum Zusammenkommen und Ratschen? Fragestellungen, die öfters genannt wurden. Die Ortsmitte soll auch der Ort der Versorgung sein. Das Angebot an Läden, Dienstleistungen etc. muss erhalten bleiben und nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden. Aufenthaltsqualitäten sind zu schaffen, u.a. sind weitere Sitzbänke aufzustellen und die Straßenbeleuchtung anzupassen. Neben weiteren Baumpflanzungen wird v.a. ein Ersatz für die „Kirchenlinde“ gewünscht. Die Barrierefreiheit im Öffentlichen Raum sowie zu den Zugängen wichtiger Einrichtungen ist ebenso Thema.

Bereich Verkehr

Die Straßen im Ortskern sollen ihren Charakter als Durchgangsstraße verlieren. Der Wunsch nach weniger Verkehr, Verkehrsberuhigung und Tempo 30 wird formuliert. Dabei soll das Parkplatzangebot im Zentrum und am Bahnhof optimiert und der Park-Such-Verkehr der Naherholungssuchenden eingedämmt werden. Hier wünscht man sich zudem höhere Parkgebühren.
Grundsätzlich soll die Fahrradmobilität weiter gefördert werden. Das bedeutet einen Ausbau des Radwegenetzes im Ort sowie in der Landschaft, auch eine sichere Radwegeverbindung zwischen Schöffau und Uffing wurde genannt. E-Bike Ladestationen und Mietfahrräder sollen das Angebot ergänzen.
Typisch für Uffing sind die kleinen „Wegerl“. Diese sind unbedingt zu erhalten und als ortstypische Besonderheit zu verstehen. Aber auch die Fuß- und Wanderwege im einzigartigen Landschaftsraum sind auszubauen und beispielsweise mit Sitzbänken zu versehen.
Am Bahnhof sollten die Bahnsteige erhöht werden, auch wünscht man sich einen sicheren Bahnübergang bei spontanem Gleiswechsel. Allgemein wäre die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs wünschenswert, neben einer Dorfbuslinie werden Rufbusse und die Verbesserung bestehender Linien genannt.

Bereich Freizeit, Tourismus

Vor allem geht es um eine Ergänzung des vorhandenen Angebots. U.a. wurden folgende Anregungen für „Jung und Alt“ gemacht: Bewegungsparcours für Senioren, Jugendzentrum, Sozialtreff, Repair-Café, Filmvorführungen in Zusammenarbeit mit einem Programmkino, Kindertheater, Ausbau von Spielplätzen, Trampolin im Gemeindebad, Tischtennisplatten, Downhill-Strecke und Pump-Track Anlage für Mountainbikes, Minigolfplatz, …
Die Erlebbarkeit der Landschaft und Natur sollte dabei nicht durch Beschränkungen eingegrenzt werden. Gerne würde man ab der Bahlsenbrücke bis zum See mit dem SUP oder Kanu paddeln oder mit dem Radl um den See fahren können. Der Weiher in Schöffau sollte vor der Verlandung bewahrt und im Hinblick auf eine geeignete Freizeitnutzung aufgewertet werden.
Grundsätzlich ist die Lenkung der Tagestouristen ein Thema, der Wunsch nach einer zeitweisen Eindämmung des Touristenstroms wird formuliert.

Bereich Natur, Umwelt, Energie

Der Erhalt und Ausbau der landschaftlichen Qualitäten werden als allgemeines Thema genannt. Schutzgebiete, Biotope etc. dürfen nicht verschwinden, sondern sollten Thema der Gemeindeentwicklung sein. Die Artenvielfalt ist durch eine stärkere Durchgrünung des Ortes und den Erhalt der ortstypischen Vorgärten zu fördern. Ebenso sind Schutzmaßnahmen vor zukünftigen Starkregenereignissen zu treffen.
Grundsätzlich sollen auch in der Gemeinde Uffing die erneuerbaren Energien gefördert und der Stromverbrauch reduziert werden, eine klimaneutrale Gemeinde ist anzustreben. Alternative Energiequellen, wie z.B. Hackschnitzel-Anlagen für mehrere Wohneinheiten, PV-Anlage auf öffentlichen und privaten Anwesen oder im Bereich des alten Sportplatzes werden genannt. Zudem wünscht man sich weitere Beteiligungsformen an alternativen Energieerzeugungen.

Wie geht es weiter?

Corona bedingt musste die geplante öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung am 24.11.2021 leider verschoben werden. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben, sobald Zusammenkünfte wieder absehbar sind.

Neben der öffentlichen Information soll es im neuen Jahr auch mit dem Arbeiten in Workshopgruppen zu den oben genannten Themen weitergehen. Hierzu will die Gemeinde einen sogenannten Bürgerrat ins Leben rufen, der unter Anleitung einer professionellen Moderation und dem Beisein von jeweiligen Fachexperten zu Fragestellungen der Gemeindeentwicklung tagt.

Nach dem Zufallsprinzip werden Bürgerinnen und Bürger aus dem Melderegister ausgewählt. Unter Berücksichtigung der Kriterien wie Alter, Geschlecht und Ortsteilen, wird so ein möglichst breites qualitatives Abbild der ganzen Gemeinde gewährleistet. Als „Fachexperten für den eigenen Lebensraum“ spiegeln sie somit das kollektive Wissen der heimischen Bevölkerung.
Am Workshop des Bürgerrats nehmen ca. 15 Personen teil, die zu bestimmten Themen Fragestellungen diskutieren, Herausforderungen aus ihrer eigenen Sicht aufzeigen und gemeinsame Lösungsideen formulieren. Nach öffentlicher Präsentation und Diskussion werden diese als Empfehlungen zur Gemeindeentwicklung der Verwaltung und Politik an die Hand gegeben.

Gemeindeentwicklungskonzept Uffing, Architekten und Stadtplaner im Plankreis

(veröffentlicht in Hoagart 02 | Januar 2022, siehe unten, Seite 9 bis 11)

 

Januar 2022

Plant for the Planet

 

Redaktion (ehrenamtlich)
Sascha Chowdhury (Redaktion Hoagart)
Redaktionsteam: Sascha Chowdhury (Redaktionsleitung, Bürger, Gewerbe, Kommune), Franz Huber (Kunst und Kultur), Reinhard Mook (Natur und Philosophie), Hermann Pönisch (Termine und Tourismus)

Was denken Sie?

Schreiben Sie an die Redaktion!


Drucken  

Neue Beiträge

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
Das Wort "Hoagart" leitet sich vom mittelhochdeutschen "Heingarte" ("Heimgarten") ab und bezeichnet ursprünglich den Garten vor dem Haus. Traditionell ist mit "Hoagart" ein gemütliches Beisammensein mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten gemeint, gern auf dem Hausbankerl, bei dem viel erzählt, geschimpft und gelacht wird. Seinen Sie mit dabei und zeigen Sie sich als ortsansässiger Bürger aktiv mit ihrem Engagement, ihren Interessen und ihren Ansichten.