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Theater des Trachtenvereins - Verhexte Hex von Ralph Wallner

Theater des Trachtenvereins - Verhexte Hex von Ralph Wallner

Theater des Trachtenvereins - Verhexte Hex von Ralph Wallner

Information
Bürger | veröffentlicht am: 30 Dezember 2022 | bearbeitet am: 30 Dezember 2022

Die Buckl-Walli lebt im Wald in ihrer Hütte. Viele der Dorfbewohner haben großen Respekt vor ihr und fürchten sie.

Andere aber suchen heimlich Hilfe bei ihr, da sie viel über Heilkunst weiß. Die Leute aber halten das für Hexerei. Vielen hat sie aber schon geholfen.
Der Sohn des Bürgermeisters, Lorenz, und Burgl, die Ziehtochter von Kilian, dem Kartoffelbauern, haben sich verliebt. Dass diese beiden Familien zueinander kommen, ist schier unmöglich. Deshalb suchen die beiden die Buckl-Walli auf und bitten diese um Hilfe. Sie hoffen, dass die Walli ihnen mit einem Zauber helfen kann.
Aber auch der Dorfpfarrer und der Bürgermeister haben einen Plan. Sie wollen aus dem Ort einen Wallfahrtsort machen und suchen in den Chroniken nach einem Wunder. Außerdem wollen sie die Walli loswerden, da eine Hexe im Ort für ihr Vorhaben eher hinderlich ist.
Der Ziehvater von Burgl hat noch dazu Schulden bei der Gemeinde und die Buckl-Walli will ihm helfen, die Schulden los zu werden. Sie schmiedet einen raffinierten Plan, um sowohl der Burgl als auch ihrem Vater mit ihren Problemen zu helfen.
Mit ihrer größten und schwierigsten „Hexerei“ gelingt es der Buckl-Walli den beiden mit ihren Problemen zu helfen, und auch dem Bürgermeister und dem Pfarrer ist mit dem Ergebnis gedient. Dabei kommt es aber doch vorher noch zu einigen Irritationen.

Mit dieser Komödie von Ralph Wallner ist den Uffinger Theaterspielern wieder eine tolle Aufführung gelungen, die nicht nur viele Lacher bei den Zuschauern hervorrief. Da das Stück auch eine emotionale Seite hat, waren viele am Ende auch richtig gerührt.

Respekt vor dieser Aufführung!

Hier die Darsteller:

Jutta Diepold: In ihrem fünfzigsten Theaterjahr spielt sie die Rolle, die ohne ihr Engagement gar nicht möglich gewesen wäre. Bei über 300 Einsätzen als Buckl-Wally, von denen ein paar über eine Seite lang sind, demonstriert sie ihr ganzes Können und kann mal wieder ihre exzellente Bühnenerfahrung zeigen, wenn sie als Hex, Mutter und Pfarrersschwester köstlich ihre Gestik und Mimik ausspielt. Einfach Klasse!

Carolina Schillinger: Als Burgl ist sie das grundanständige, sensible, einfältige, furchtsame und liebe Mädchen, die Tochter eines „Kloahäuslers“, die sich in den Großbauern- und Bürgermeisterssohn verliebt hat. Ein Vergnügen, ihrem Wechselbad der Gefühle zuzuschauen.

Matthias Kutter: Der „Heustadelcasanova“ Lorenz wird zum ernsthaften, ehrlichen Liebhaber, hat Schiss vor der Hex und wird dennoch zu ihrem Komplizen und dann widersetzt er sich auch noch dem Klerus und stellt sich gegen seine Eltern. Ein Auftritt voller Energie und Leidenschaft!
Andreas Kerler spielt den Kartoffelbauer Kilian, einen „oaschichtigen, mittellosen Gmiasbauern“, der für seine Tochter, einem Findelkind, das ihm vor die Tür gelegt worden ist, nur das Beste will. Seine Sorge um eine gute Ausbildung für seine Burgl zeigt er ausdrucksstark; aber auch wie er seine Einfalt spielt, erzeugt im Publikum so manchen Schmunzler.

Martin Krojer ist wieder einmal als Pfarrer auf der Bühne. Mal berechnend, mal einfühlsam liest er schon mal dem jungen Paar die Leviten, setzt sich dann aber auch wieder für den armen Kilian ein. Hocherfreut ist er über die Entdeckung seiner verwandtschaftlichen Beziehung zur Hex und köstlich spielt er den Nichtwissenden um ein Potenzmittel. Eine Rolle mit vielen Facetten. Perfekt für den Martin.

Hardi Resch ist der Bürgermeister Bichlbauer, der unbedingt für seinen Ort eine größere Beliebtheit erreichen will. Als Wirt auch zu seinem eigenen Vorteil. Dazu sind ihm alle Mittel recht. Im Umgang mit dem Kartoffelbauer Kilian spürt man, wie er die Rolle mit Überheblichkeit und Selbstbewusstsein darstellt. Eiskalt und berechnend!

Maria Reicheneder, die Frau des Bürgermeisters, nicht minder hochnäsig und bestimmend: „I bin die Bürgermoasterin, du bist leichter ersetzbar“. Maria spielt diese Person bissig und austeilend, hochmütig und frech. Ein hervorragendes Comeback nach einer mehrjährigen Spielpause.

Veronika Hirschvogl ist die neugierige Moserin, die nur zu gerne wissen möchte, was in der Hexenhütte vorgeht. Vor allen Dingen aber möchte sie gerne mit dem Hexenbesen „ab in die Lüfte“ rauschen. Als Dorfratschen ist sie stets gut informiert und mit einem guten Schuss Neugierde ausgestattet. Mit viel Humor inszeniert sie ihre Nachforschungen, aber ganz speziell die Flugversuche mit dem Besen.

Lisi Gretschmann, die stetige Begleiterin der Moserin, die Kauerin, braucht die Bühne nur zu betreten und schon tobt das Publikum. Sie mimt die dalkerte Kauerin mit perfekt witziger Ausdrucksweise. Ihre Warnhinweise per Pfiff misslingen natürlich: „I konn ja gor net pfeiffen.“ Und bei oben genannten Flugversuchen mit dem Besen macht sie eine Figur, die sowieso alle mitreißt. Eine köstliche Rolle, herrlich gespielt, von der Lisi halt.

Nicht sichtbar und doch mit ihrer Arbeit dauernd dabei:

Alois Buchner, die leitende Hand, von der Auswahl des Stücks bis zur endgültigen Durchführung.
Adi Mück mit seinem traumhaften Bühnenbild, das schon nach dem Öffnen des Vorhangs für erstaunte Rufe sorgte.
Anni Tafertshofer, die die Darsteller erst zu den Personen schminkt, die sie dann spielen.
Und nicht zu vergessen die beiden Souffleusen, kaum gebraucht, aber doch Sicherheit gebend: Franziska Buchner und Barbara Hirschvogl.
Heidi Buchner mit Familie, unersetzbar, zu Hause am Telefon bei der Reservierung und im Saal beim Einlass.

Anton Siegl

Fotos " Verhexte Hex" © Anton Siegl

(veröffentlicht in Hoagart 06 | Januar 2023, siehe unten, Seite 54)

 

Januar 2023

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Redaktion (ehrenamtlich)
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