Maskenbiene (Prosopis hyalinatus)
Die sehr kleine Wildbiene wird nur 5-7 mm groß und hat einen glatten, unbehaarten Körper mit gelber Kopfzeichnung sowie gelblichen Flecken an Brust und Beinen.
Sie kommt an Waldrändern, in offenem Gelände, häufig in Gärten vor. Die Maskenbiene nistet in hohlen Pflanzenstängeln oder in alten Nistgängen anderer Insekten oder in Käferfraßgängen im Holz. Dort legt sie Liniennester aus hintereinander angeordneten Brutzellen mit Trenn- und Seitenwänden mit ihrem Speicheldrüsensekret, das pergamentartig aushärtet, an. Die Maskenbiene sammelt mit ihrem kurzen Rüssel auf Doldenblüten offen liegenden Nektar. Pollen sammelt sie von verschiedenen Korbblütlern und transportiert Pollen und Nektar im Kropf zum Nest.
Blutbiene (Sphecodes albilabris) - schmarotzt als Kuckucksbiene bei der Seidenbiene
Die seltene Blutbiene wird ca. 11-14 mm groß und lebt auf sandigen offenen Flächen. Ihre Fühler, das Gesicht, der Thorax, die Beine und das letzte Hinterleibssegment sind schwarz, Schulterbeulen ganz und Beine teilweise weiß behaart, die Flügel sind durchsichtig braun verdunkelt und der restliche Hinterleib rot.
Das überwinterte Blutbienenweibchen fliegt je nach Witterung von März oder April und Mai. Mit Kuckucksmanier dringt das Blutbienenweibchen in die Seidenbienenzelle mit einem Ei ein, frisst diese und legt stattdessen ihre Eier einzeln in die Brutzellen. Von dem von der Seidenbienenlarve eingetragenen Pollen- und Nektarvorrat lebt und entwickelt sich später die Larve der Blutbiene. Die Art gilt wegen des Rückgangs der Lebensräume und Gefährdung der Wirtssandbiene als stark gefährdet.
Weidensandbiene (Andrena vaga)
Im zeitigen Frühjahr März bis Mai kann man die Weidensandbienen auf Weidenzweigen und Palmkätzchen oder am Boden, insbesondere an offenen Stellen von sandigem, meist lockerem Boden in Gewässernähe bzw. Sand- und Kiesgruben beobachten. Bei diesen Wildbienen überwiegt die schwarze Färbung, der Hinterleib ist schwarzglänzend, Kopf und Rückenplatte sind weißgrau behaart. Die Körperlänge des Männchens liegt bei 11-12 mm, beim Weibchen bei 13-14 mm. Die Weibchen graben im März ihren Neströhren-Hauptgang mindestens 25 bis zu 50 cm tief senkrecht und weiter abgezweigt mehrere Seitengänge mit rundlichen Erweiterungen als Brutzellen. Über dem Eingang wird ein ca. 4-6 cm hoher Haufen mit seitlichem Röhreneingang geschaffen. Das Weidensandbienenweibchen sammelt nach dem Ausgraben der ersten Brutzelle aus den Weidenblüten mit den Hinterbeinen Pollen und in ihrem Kropf Nektar. Der Nesteingang wird nach jedem Verlassen zugescharrt. Die Biene kann je nach eingetragenem Vorrat nacheinander ca. 10 Nester bauen, je Brutzelle einen kugelförmigen Klumpen formen, je ein Ei darauflegen und die jeweilige Zelle mit Sand schließen. In spätem Frühjahr beendet die Sandbiene ihre Tätigkeit und verendet. Die Larve wächst und spinnt sich noch im Frühjahr in einen Kokon ein, bleibt einige Zeit als Ruhelarve liegen, verpuppt sich im Hochsommer und häutet sich. Fertig entwickelt verbringt die Biene den Winter in ihrem Kokon und gräbt sich im Frühjahr ins Freie.
Blattschneiderbiene (Megachile nigriventis)
Die zur Gruppe der Bauchsammlerbienen gehörige schwarzbürstige Blattschneiderbiene ist im Gesicht schwarz behaart, die Rückenplatte und die beiden ersten Hinterleibssegmente sind gelbbraun behaart, die 3., 4., 5. und 6. Tergite und Bauchbürste sind schwarz behaart und ähnlich gefärbt. Das Aussehen der Männchen und Weibchen fällt ähnlich aus, Weibchen werden 13-17 mm lang, die Männchen werden 14-16 mm groß und haben einen weißen Kamm an den Tarsen der Vorderbeine. In morschem Holz von Baumstümpfen, Ästen oder Balken nagt das Blattschneiderbienenweibchen Gänge und legt bis zu 15 Niststellen ins Totholz. Im Umkreis bis 100 Meter sucht die Biene geeignetes Blattwerk von Gehölzen, schneidet rund oder ovalflächige Blattteile aus, fliegt mit zwischen die Beine geklemmten ausgeschnittenen Laubblättersegmenten zur Niststelle und kleidet die Brutzellenwände mit diesen Blattteilchen aus. Von Schmetterlingsblütlern holen sich die Bienen Pollen und Nektar für die Nachkommenschaft. Die Flugzeit liegt zwischen Mai oder Juni bis August. Im Stadium als Ruhelarve überbrückt sie die Zeit über den Winter.
Christine Matthes (Text und Fotos)
Literatur: Welches Insekt ist das?
Heiko Bellmann, Stuttgart: Franckh-Kosmos, 2014, ISBN 978-3-440-13772-7
(veröffentlicht in Hoagart 19 | April 2026, siehe unten, Seite 46)
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