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Fr, Apr 17, 2026
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Silvesterfeuerwerk – geht’s noch?

Silvesterfeuerwerk – geht’s noch?

Silvesterfeuerwerk – geht’s noch?

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Bürger | veröffentlicht am: 27 September 2025 | bearbeitet am: 27 September 2025

„Nein, es geht nicht mehr!“, denken sich immer mehr Menschen. Ein Jahreswechsel ohne Böllerei ist für viele unvorstellbar, doch ein wachsender Teil der Bevölkerung findet, dass es einen besseren Start in ein neues Jahr geben und Silvester auch anders gefeiert werden kann:


Um Mitternacht vor dem Haus das Läuten der Kirchenglocken hören, mit Freunden, Verwandten, Nachbarn anstoßen und sich ein glückliches, gutes und friedliches neues Jahr wünschen. Ohne Böller, Krach und Lärm.

Es geht hier um kein Verbot, sondern um eine freiwillige Selbstverpflichtung zum Verzicht. Dafür gibt es gute Gründe:

Feinstaub: Nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte ein Grenzwert von 45 mg/m³ höchstens an drei Tagen pro Jahr überschritten werden. Dieser Wert kann wegen der Belastung durch das Silvesterfeuerwerk schon vom 1. bis 3. Januar erreicht sein.

Umweltverschmutzung: Im Jahr 2017 etwa wurden in den fünf größten deutschen Städten mehr als 190 Tonnen Feuerwerksabfall entsorgt, der viele giftige, umweltschädliche Stoffe enthält. Unter anderem PVC, dessen Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt. Ein großer Teil davon landet jedoch auf Grünflächen und in Gewässern, wo er nicht eingesammelt werden kann, sodass die enthaltenen Chemikalien Böden und Gewässer belasten. (Süddeutsche Zeitung, 28./29.12.2024, S. 32 f.)

Auswirkung auf Tiere: Egal ob Haus-, Nutz- oder Wildtiere, für sie bedeutet das plötzliche Knallen und Blitzen extremen Stress. In den Ställen kann es zu Verletzungen kommen, Wildtiere werden aus ihrer Winterruhe gerissen und flüchten, der Energieverlust kann für sie lebensbedrohlich werden. Besonders Vögel sind davon betroffen.

Brandrisiko: Es erhöht sich an Silvester schlagartig: sowohl in den Städten und Ortschaften als auch in Tierhaltungsbetrieben. Durch die zunehmende Trockenheit steigt zudem das Risiko für Waldbrände.

Verletzungen: Jedes Jahr verletzen Feuerwerkskörper ca. 10.000 Menschen. In den Kliniken müssen Knalltraumata, Hand- und Augenverletzungen behandelt werden. In rund 40 Prozent der Fälle wurden in den letzten zwei Jahren Kinder verletzt, die oft ihr Leben lang mit Seheinschränkungen kämpfen. (Süddeutsche Zeitung, a.a.O.)

Gewalt gegen Helfende: Feuerwerkskörper werden mitunter auch als Waffen gegen Polizei, Feuerwehr oder Notärzte bei Hilfseinsätzen in der Silvesternacht verwendet. Hilfskräfte, auch in den Krankenhäusern, kommen regelmäßig an die Belastungsgrenze.

Aus diesen Gründen haben sich bereits zahlreiche Aktionsbündnisse gebildet und Petitionen für ein böllerfreies Silvester initiiert, wie etwa die Gewerkschaft der Polizei, die Deutsche Umwelthilfe, die Bundesärztekammer, der Bundesverband Tierschutz oder der Deutsche Naturschutzring. In den Niederlanden dürfen ab dem Jahreswechsel 2026/27 Privatpersonen kein Feuerwerk mehr zünden.

Angela Hückel

für die Naturschutzwacht für das Naturschutzgebiet „Westlicher Staffelsee mit angrenzenden Mooren“

(veröffentlicht in Hoagart 17 | Oktober 2025, siehe unten, Seite 43)

 

Oktober 2025

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