Bodendenkmal im Antlasgraben
Wie bereits in der Januarausgabe des Hoagart berichtet, konnte der Gartenbauverein im letzten Herbst eine hochspannende geologische Exkursion auf den Spindler und zum Antlasgraben durchführen. Unter der engagierten und sachkundigen Führung von Herrn Dr. Engelbrecht wurden die Teilnehmer auch auf die Fundstelle am Antlasgraben mit Resten eines alten Bohlenweges aufmerksam gemacht. Das annähernde Alter dieses sehr lange verschollenen Bohlenweges konnte nun durch eine Untersuchung anhand der Analyse des 14C-Gehaltes (Radiocarbonanalyse) bestimmt werden.
Das sensationelle Ergebnis dieser Analyse weist auf ein Alter von ca. 7000 Jahren hin!
Hier darf ich nun Herrn Dr. Engelbrecht zitieren:
„Nach längerer Wartezeit erhielt ich heute endlich den Bericht über die 14C-Analyse des Holzstücks aus dem Antlasgraben: Es hat ein 14C-Alter von rund 6137 Jahren vor Heute. Die kalibrierten Kalenderalter sind: 5209-4997 v. Chr. (95 % Wahrscheinlichkeit), 5205-5006 v. Chr. (68 % Wahrscheinlichkeit).
Das Problem bei den drei Holzstücken ist aber: Sie zeigen – außer einer auffallend ebenen Schnittfläche – keine vom Menschen verursachten Bearbeitungsspuren. Aber ca. einen halben Meter unterhalb seines Fundortes lagern die von einem Erdrutsch verschütteten Holzbohlen eines Altweges, die vom Landesamt für Denkmalschutz als Bodendenkmal (Nr. E-2024-1282-1) bezeichnet wurden. Es ist möglich, dass die Holzbohlen noch ein bisschen älter sind als das datierte Holzstück.
Bis dato kann man sagen: Das Holzstück (Hasel) stammt aus der Zeit des mittleren Holozäns (7270-3710 v. Chr.), das als Klimastufe als Atlantikum benannt wird und für ein klimatisches Optimum steht. Kulturgeschichtlich liegt es in der Zeit des Neolithikums.“
Was bedeutet also dieser Fund für die Datierung einer Frühbesiedelung unserer unmittelbaren Umgebung? Das Neolithikum, auch Jungsteinzeit genannt, ist das Zeitalter des Übergangs von Jäger- und Sammlerkulturen zu Hirten- und Bauernkulturen. Ausgehend vom Ursprungsgebiet des Ackerbaus und der Viehzucht um 8000 v. Chr. im heutigen Kleinasien und Syrien, dem so genannten „Goldenen Halbmond“, kommt in mehreren Verbreitungswellen (Grafik, rechts oben) um ca. 5300 v. Chr. vermutlich durch Migration der Bauern mit den von ihnen domestizierten Pflanzen und Tieren die landwirtschaftliche Kultur auch am Alpenrand an. Die Ansiedlung an Gewässern mit der sicheren Versorgung durch Fischfang bildet dazu die optimale Voraussetzung.
Aber der See bietet noch einen weiteren Vorteil. Durch Pfahlbauten an den Ufergebieten (siehe Foto unten rechts), umgeben von hohen Zäunen (Palisaden) können Siedlungen besser vor Tieren und den nach wie vor konkurrierenden Jäger- und Sammlerkulturen geschützt und verteidigt werden.
Der Nachweis des Holzbohlenweges am Antlasgraben, geologisch verortet an einem damals noch offenen Gewässer, weist demnach wohl auf eine feste Besiedelung im Ortsgebiet von Uffing vor bereits ca. 7000 Jahren hin. Weitergehende Interpretationen oder die Herstellung möglicher Zusammenhänge mit anderen Funden im näheren Umfeld sind nun keine originäre Aufgabe des Gartenbauvereins, aber wir werden diese mit Spannung gerne weiter verfolgen!
Was die eigentliche Arbeit unseres Vereins jedoch angeht, möchten wir alle Mitglieder und Interessierte auf unser laufendes Programm hinweisen.
Immer beliebt sind unsere monatlich wechselnden Gartenratsche und unsere vielfältigen Angebote rund um den Garten, auf die wir jeweils zeitnah in unserem Schaukasten oder auf unserer Webseite www.obst-gartenbauverein-uffing.de hinweisen. Dabei freuen wir uns wie immer über jedes Mitglied oder alle weiteren Interessierten, die wir herzlich dazu einladen!
Ihr Gartenbauverein
Christiane Lottmann
(veröffentlicht in Hoagart 16 | Juli 2025, siehe unten, Seite 8)
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