Eine bunte Unterwasserreise im Kindergarten
Während draußen am Ufer des Staffelsees noch der Schnee liegt, hat sich im Schöffauer Kindergarten in den Faschingswochen eine ganz eigene, schillernde Welt aufgetan.
Alles begann mit einer demokratischen Kinderkonferenz: Die Jungen und Mädchen durften selbst entscheiden, welches Thema sie durch die „närrische Zeit“ begleiten soll. Die Wahl fiel eindeutig aus: die geheimnisvolle Welt „unter Wasser“. Das Thema war weit mehr als nur eine Faschingsgaudi und das Basteln von Quallen, Haien und anderen Meerestieren. Die Mitarbeitenden nutzen die Neugier der Kinder, um ihnen die Geheimnisse der Ozeane näher zu bringen.
Spannende Rätsel der Meere
Die Kinder lernten spielerisch die Vielfalt der Meeresbewohner und ihrer Überlebensstrategien kennen:
- Der schlaue Anglerfisch: Wie fängt man Beute, wenn es stockfinster ist? Die Kinder staunten über die „eingebaute Angel“ mit der leuchtenden Spitze, die kleine Fische direkt ins Maul lockt.
- Der vorsichtige Anemonenfisch: Wo versteckt er sich am liebsten? Die Antwort fanden die kleinen Experten schnell: in den giftigen Tentakeln der Seeanemone, die für ihn wie ein schützendes, kuscheliges Zuhause sind.
- Der gefährliche Feuerfisch: Warum ist er so giftig? Die Kinder lernten, dass seine bunten Stacheln eine deutliche Warnung sind: „Komm mir nicht zu nahe!“ – ein perfekter Schutz gegen hungrige Feinde.
- Der bärtige Drachenkopf: Was ist das für ein seltsames Wesen? Als wahre Tarnungskünstler erfuhren die Kinder, wie der Fisch mit seinen Hautlappen fast unsichtbar mit dem Meeresboden verschmilzt.
Lernen durch Mitbestimmung
Dass die Themenauswahl durch eine Kinderkonferenz zustande kam, merkt man der Begeisterung der Gruppe täglich an. Die Kinder sind nicht nur stille Zuhörer, sondern aktive Entdecker.
Der große Höhepunkt
Das absolute Glanzstück des Projekts war ein lebendiges Experiment: Die Zucht von Triops-Urzeitkrebsen. Aus winzigen unscheinbaren Eiern ließen die Kinder unter fachkundiger Anleitung von unserem Mitarbeiter Christoph Morel echtes Leben entstehen. Dabei wurden die kleinen Entdecker zu richtigen Tierpflegern und lernten, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen:
- Präzise Kontrolle: Täglich musste die Wassertemperatur geprüft werden, damit sich die Krebse wohlfühlen
- Sauberkeit ist das A und O: Die Kinder halfen vorsichtig beim Wasserwechsel, um den Lebensraum der Triopse gesund zu halten.
- Geduld und Beobachtung: Vom ersten Schlüpfen der Winzlinge bis zum heranwachsenden Krebs verfolgten die Kinder gespannt jeden Entwicklungsschritt.
- Die richtige Nahrung: Auch das regelmäßige Füttern gehörte fest zum Tagesablauf der kleinen Forscher.
Auch wenn die thematisch passenden Kostüme an unserer Faschingsfeier bunt und lustig waren, bleibt der Kern des Projekts die Wertschätzung für die Natur. Die Kinder wissen nun genau: Unter der Wasseroberfläche wartet eine Welt voller Wunder, die es zu schützen gilt. Und wer weiß – vielleicht sitzt unter den kleinen „Haien“ und „Nemos“ von heute ja ein Meeresbiologe von morgen.
Silke Bertermann und Team
(veröffentlicht in Hoagart 19 | April 2026, siehe unten, Seite 23)
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