Die Schulglocke läutet – die Schule ist aus! Doch was folgt danach? Während einige Kinder den Heimweg antreten, bleiben andere in der Schule und besuchen die offene Ganztagsschule oder gehen in den Hort. Seit dem 1. September nehmen aktuell 14 Erst- und Drittklässler das Betreuungsangebot der Hortgruppe im Ilse-Erl-Haus-für-Kinder wahr.
Denn wenn die Schulklingel den Unterricht beendet, ist der Tag für viele Familien noch lange nicht vorbei. Eltern arbeiten bis in den Nachmittag hinein, Großeltern wohnen nicht immer vor Ort. Für zahlreiche Familien bedeutet das tägliche Organisation, Improvisation und viele Absprachen, um Beruf, Freizeit und Familienleben miteinander zu vereinbaren und den Bedürfnissen aller gerecht zu werden – auch in den Schulferien. Viele in der Gemeinde dürften sich in dieser Situation wiedererkennen. Seit Schuljahresbeginn schafft die neue Hortgruppe hier Abhilfe und bietet den Uffinger Schulkindern eine weitere verlässliche Betreuungsmöglichkeit.
Für Außenstehende wird Kinderbetreuung häufig noch immer auf einen einfachen Aspekt reduziert: Auf Kinder wird aufgepasst. Auch wenn sich dieses Bild in den vergangenen Jahrzehnten gesellschaftlich deutlich gewandelt hat, wissen nur wenige, dass es auch im Hort um weit mehr geht als nur um gemeinsames Essen und Hausaufgabenbetreuung.
Genau hier möchten wir, der Kinderhort in Uffing, ansetzen. Wir verstehen uns als ein Ort, der Schulkinder in ihrer Entwicklung umfassend begleitet, fördert und ihnen Raum für Gemeinschaft, Lernen und persönliche Entfaltung bietet. Dabei soll unser Hort kein weiterer Programmpunkt im Alltag der Kinder sein, kein weiteres „Das muss ich heute noch tun“, sondern ein Ort der Geborgenheit und des Ankommens – ein Zufluchtsort, an dem sie sich wohlfühlen dürfen.
Unser Hort verfügt über 25 Betreuungsplätze für Uffinger Schulkinder. Pro Jahrgang haben wir ca. 6 Kinder, sodass über die Jahre eine altershomogene Gruppenkonstellation entsteht. Die Betreuung erfolgt nach Unterrichtsschluss bis 16 Uhr, freitags bis 14 Uhr – auch in den Schulferien.
Doch was erwartet die Kinder nun, wenn der Schultag endet? Ein abwechslungsreicher und strukturierter Tagesablauf sorgt für Orientierung und genügend Raum für Vergnügen, Lernen und Entdecken.
Nachdem die Kinder nach Schulschluss selbstständig in den Hort gegangen sind, haben sie zunächst Zeit, anzukommen, sich vom Vormittag zu erholen und gemeinsam mit ihren Freunden ihre Freizeit zu gestalten. Um 13 Uhr geht es für alle Kinder zum Mittagessen ins Kinderbistro. Anschließend können sie sich bis 14 Uhr bei verschiedenen Bewegungsangeboten austoben – sei es in der Turnhalle, im Garten oder bei einem Spaziergang. Von 14 Uhr bis 15 Uhr findet im Hausaufgabenraum und im Bistro die gezielte Hausaufgabenbetreuung statt. Dabei unterstützen wir bei Bedarf, legen jedoch großen Wert darauf, dass die Kinder ihre Aufgaben eigenständig und verantwortungsbewusst erledigen.
Ab 15 Uhr steht die restliche Zeit für freies Spielen und gezielte Angebote zur Verfügung – ein Abschluss, der den Kindern Raum für Kreativität, Bewegung und gemeinsames Miteinander lässt.
Was unseren Hort wirklich besonders macht, zeigt sich jedoch erst, wenn man einen Blick hinter die täglichen Abläufe wirft: „Ich finde es im Hort besonders, dass wir Hortsprecher haben“ (Kind, 9 Jahre).
In unserem Hort geht es vor allem darum, den Alltag gemeinsam zu gestalten – nicht nur den Vorgaben der Erwachsenen zu folgen. Zu Beginn jedes Hortjahres wählen die Kinder ihre beiden Hortsprecher. Diese fungieren als Sprachrohr aller Kinder: Sie unterstützen bei Pro-blemen, nehmen Ideen auf und bringen diese in die Hortkonferenzen ein. Einmal im Monat treffen sich alle Kinder, die beiden Hortsprecher und das Hortteam an einem großen Tisch. Hier werden wichtige Themen besprochen, diskutiert und gemeinsam Lösungen gefunden. Für größere Anliegen haben die Hortsprecher außerdem die Möglichkeit, Termine mit der Einrichtungsleiterin zu vereinbaren – einmal im Jahr sogar direkt mit dem Bürgermeister. Durch diese Mitbestimmung stärken die Kinder ihr Selbstvertrauen, lernen Entscheidungen in der Gruppe zu treffen und erfahren, dass sie aktiv Einfluss auf ihren Alltag nehmen können.
„Den Hort macht für mich besonders, dass wir so viele Aktionen machen“ (Kind, 7 Jahre).
Vor allem in den Schulferien ist es uns ein besonderes Anliegen, den Kindern, die betreut werden, ein abwechslungsreiches Ferienprogramm zu bieten. So soll kein Kind das Gefühl haben, dass andere Kinder spannende Erlebnisse in den Ferien haben, während es selbst „nur“ betreut wird. Einmal pro Woche kochen die Kinder gemeinsam ihr Mittagessen: Sie wählen ein Gericht aus, überlegen zusammen, welche Zutaten benötigt werden, gehen einkaufen und bereiten das Essen gemeinsam zu. Außerdem findet einmal wöchentlich ein größerer Ausflug statt. An den übrigen Tagen werden abwechslungsreiche Aktivitäten vor Ort oder in Uffing angeboten. Dazu gehören Ausflüge zum Skaterpark, eine Fahrt auf der Seehausen, gemeinsames Drehen eines Filmes oder Rodeln im Winter. So erleben die Kinder abwechslungsreiche Ferien, lernen Neues und haben jede Menge Spaß in der Gemeinschaft.
Für die Kinder bedeutet der Hort deswegen vor allem eins: Spaß, Abwechslung und ein Gefühl, dass ihre Stimme wertvoll ist. Für die Familien bietet der Hort gleichzeitig Sicherheit und Entlastung im Alltag. So zeigt sich, dass Betreuung, Förderung und Freude Hand in Hand gehen können - mitten in Uffing am Staffelsee, in unserem Haus für Kinder.
Vanessa Riedel und Moritz Strehmann vom Hortteam
(veröffentlicht in Hoagart 19 | April 2026, siehe unten, Seite 18)
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