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Netzwerk-Verbundenheit in Uffing

Netzwerk-Verbundenheit in Uffing

Netzwerk-Verbundenheit in Uffing

Information
Bürger | veröffentlicht am: 27 Juni 2026 | bearbeitet am: 27 Juni 2026

Wenn ich Leuten von auswärts über Uffing erzähle, erwähne ich neben der Schönheit unseres Ortes auch immer, dass die Menschen hier grüßen, wenn sie jemandem begegnen – auch wenn sie die Person nicht kennen. 

Ich muss dann immer schmunzeln, wenn sie erst zweifelnd schauen und dann erstaunt sind, wenn sie diese Erfahrung selbst machen. Ich finde, dass eine solche Umgangsweise viel über das Leben in einem Ort und die Menschen dort aussagt.

Wie gut das Netz in der Gemeinde bzw. der Gemeinschaft in Uffing ist, durfte ich erst recht erleben, als ich durch einen Autounfall aus meinem normalen Leben herauskatapultiert wurde. Da waren erst einmal meine Freunde und Bekannten, die gleich zur Stelle waren, um Notwendiges zu erledigen wie Einkäufe und Besorgungen in der Apotheke, Haare und Wäsche waschen, die Fahrdienste übernahmen, mich zum Arzt begleiteten und mich mit Hörbüchern aus der Bücherei versorgten, mich mit selbst gebackenem Brot und Osterlamm verwöhnten oder herbeieilten, als eine akute Reparatur erforderlich war. Man kann sich normalerweise gar nicht vorstellen, wofür man plötzlich Hilfe braucht, wenn man selbst nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Sie kamen zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Fahrrad und dem E-Mobil, riefen an, mailten und waren mit ihren Gedanken bei mir. Ja, die ‚Ressource‘ Mensch ist unbandig wertvoll.

Eine Frau aus der Nachbarschaft fand es selbstverständlich, für mich mit einzukaufen – dafür seien Nachbarn doch da. Eine Selbstverständlichkeit für sie, die ich jedoch als Besonderheit betrachte. Beim Einkaufen und in der Poststation zeigten Martina und Wolfgang Mayr ihre große Hilfsbereitschaft. Wenn man beispielsweise große Sachen nicht tragen kann, ist es eine immense Erleichterung, das aufmerksame Angebot zu bekommen, die viel zu große Verpackung einfach dalassen zu dürfen. Wenn einem freundlich die Tür aufgehalten wird, die man momentan selbst nicht richtig öffnen kann, wie es die Mitarbeiterin in der Staffelsee-Apotheke für mich gemacht hat, fühlt man die eigene Beeinträchtigung nicht mehr so stark. Die Mitarbeiterinnen in der Hausarztpraxis erwiesen sich als sehr entgegenkommend und aufmerksam – wenn man selbst nicht (richtig) sprechen kann, tut es gut, wenn jemand trotzdem mit einem spricht – und das begleitet durch ein freundliches und aufmunterndes Lächeln.

Das leckere und variierende Mittagessen beim Metzger Jörg stellt eine große Bereicherung (nicht nur) für den beeinträchtigten Alltag dar, und es ist kaum noch zu toppen, wenn einem das Fleisch auch noch mundgeregt geschnitten wird. Der Einsatz der Mitwirkenden von Füreinander-Miteinander, einem beispielsweise das Essen nach Hause zu liefern, Fahrdienste zu übernehmen und bei technischen Fragen zu helfen, gewährt eine weitere große Entlastung. Das Bürgeressen im Restaurant Alpenblick ermöglicht neben dem kulinarischen Genuss die wohltuende Gelegenheit zur Begegnung mit netten Menschen. Die Behandlungen und praktischen Tipps von Ingrid Schwarz in der Physiopraxis am Staffelsee unterstützten meinen Heilungsprozess auf wohltuende und effektive Weise.

Immer wieder erhielt ich freundliche, interessierte und aufmunternde Worte und ehrliches Lächeln, was mir sehr gut tat und mich bestärkte. Ich erfuhr Geduld und Unterstützung, wenn etwas gerade nicht klappte, was es mir leichter machte, nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen und in Kontakt zu bleiben.
Eine besondere und sehr wertvolle Hilfe wird in unserer Gemeinde durch unsere Generationenlotsin Zeynep Bubisutti angeboten. Sie vereint Professionalität und Herzlichkeit auf beeindruckende Weise, bringt ihre fundierten Kenntnisse und ihren Erfahrungsschatz ein, wenn sie einem mit Rat und Tat bei gesundheitlichen, formalen und lebenspraktischen Herausforderungen unterstützt.

In einem Lied heißt es „Ich danke, dass ich danken kann!“ – und ich bin sehr dankbar und froh, in einem Ort, in unserem Ort Uffing leben zu können, in dem ich all das erleben darf. Hier werden bedeutende Werte und ein Miteinander im Alltag gelebt, die das Leben lebenswert machen und bereichern, die einem das Herz aufgehen lassen.

Herzlichen Dank.
Gabriele Hertlein

 

Ich finde es interessant,
dass in unserer Gesellschaft so oft zum Beispiel nach „dem Staat“ gerufen wird.
Das ist sehr abstrakt, denn letztendlich macht den Staat, macht die Gemeinschaft
jeder einzelne Mensch aus,
der ein Teil davon ist und
der die Verantwortung für seinen Beitrag am Gesamtgeschehen trägt.
Jeder auch noch so kleine Beitrag
eines jeden Menschen
färbt und prägt die Gemeinschaft,
in der wir leben.
Wenn wir uns dessen bewusst sind
und uns demgemäß verhalten
und dabei individuelle Unterschiede
und Eigenarten
sowie verschiedene Meinungen
akzeptieren
– auch in „schwierigen Zeiten“, –
trägt das sowohl zur Lebensqualität
als auch zum Frieden bei.

 

(veröffentlicht in Hoagart 20 | Juli 2026, siehe unten, Seite 17)

 

Juli 2026

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Redaktion (ehrenamtlich)
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