Bei der Hausnamenfolge, beginnend mit der Ausgabe 19 des Bürgerblatts, kommen wir zu „Beim Pöckn“, jetzt Gasthof zur Post, Kirchstraße 9, bis 1859 Haus Nr. 23, bis 1970 Haus Nr. 24.
Die bereits im 16. Jahrhundert existierende, als Freistift geführte Hube und Bäckerei (Freistift war ein jederzeit vom Grundherrn kündbares Lehen) war ein halber Hof, gehörte zum Kloster Bernried und zur Kirche St. Gregor. Das Anwesen war 1721 verkleinert auf einen 1/3-Hof mit „3 Roß, 1 Füllen, 5 Kühe, 2 Jungrinder, 4 Schafe und eine Pöckenstatt“ (Bäckerei). 1746 brannte der Hof ab, mit ihm die Kirche St. Gregor und weitere 21 Häuser.
Von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1854 war der Hof im Besitz einer Familie in männlicher und weiblicher Erbfolge mit Namen Wagner, Wiedemann, Spennesberger und Jäger.
Leonhard Bärtl aus Harberg kaufte 1854 von Mathias Jäger das Anwesen und übergab es 1866 an seinen Sohn Georg.
Dieser eröffnete 1871, nach Erhalt einer Schankkonzession, zur Bäckerei eine Gastwirtschaft und nannte sie „Gasthaus zur Sonne“. Dessen Sohn Georg war Gastwirt und Metzger und übernahm 1899 Bäckerei und Wirtschaft. Er heiratete 1899 Anna Leis aus Rieden, die das Gelände des heutigen Restaurants Alpenblick mit in die Ehe brachte. Auf diesem Grundstück errichtete Bärtl das Bärtlbad und baute 1911 nach Plänen von Emanuel von Seidl das Café am See.
Im Jahre 1900 kaufte Bärtl zum Gasthof zur Sonne das Nachbarhaus Haus Nr. 21 „Beim Gräsla“ dazu, brach das Gebäude ab und richtete einen Biergarten mit Kegelbahn ein. Die Bäckerei wurde 1901 aufgegeben. Ein Saal wurde 1912 längs des Gasthauses angebaut.
Nachdem Post und Bahn 1922 verwaltungstechnisch getrennt wurden, kam die im Bahnhof untergebrachte Postexpedition in den „Gasthof zur Sonne“, der sich ab da „Gasthof zur Post“ nannte.
Georg Bärtls Sohn Johann übernahm 1950 Metzgerei und Gaststätte. Er baute 1958 einen neuen, größeren Saal, dem Kegelbahn und ein Teil des Biergartens weichen mussten.
Im Jahre 1973 übernahm sein Neffe Manfred Kindsmüller, gelernter Hotelfachmann, das Gasthaus und betrieb es von 1975 bis Ende 1985 selbst.
Die Schützengesellschaft Uffing zog 1980 vom Gasthof „Alter Wirt“ in den „Gasthof zur Post“, in dem sie heute noch beheimatet ist. Auch Trachtenverein und die Musikkapelle Uffing haben hier ihren Platz. Die Gemeinde Uffing kaufte 1987 die Gaststätte. Durch einen Kurzschluss im Stromnetz brannte das Gasthaus am 12. August 2003 bis auf die Grundmauern nieder, nur der Saal konnte gerettet werden. Nach Abbruch der Brandruine wurde das Wirtshaus neu aufgebaut und am 9. Dezember 2006 wieder eröffnet.
Chronologische Pächterfolge:
Konrad Mohr 1970 – 1975
Enzo Bubisutti 1986 – 1991
Fam. Oppermann 1992 – 1995
Fam. Lengger 1996 – 2003
Helmut Butz 1.12.2006 – 15.1.2007
Fam. Lengger 2007 – 31.3.2026
Maria Efthimiu ab Juni 2026
Franz Huber
(veröffentlicht in Hoagart 21 | Oktober 2026, siehe unten, Seite 23)
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