Bei der Hausnamenfolge, beginnend mit der Ausgabe 19 des Bürgerblatts, kommen wir zu „Beim Balschuster“, Hechenrainer Straße 15, bis 1859 Haus Nr. 73, bis 1970 Haus Nr. 75.
Die bereits im 16. Jahrhundert existierende, als Freistift geführte (Freistift war ein jederzeit vom Grundherrn kündbares Lehen) halbe Sölde war ein 1/32-Hof ohne Vieh. Diese hatte mit Haus Nr. 74/76 „Beim Balsweber“ ein gemeinsames Dach. Ein Großbrand vernichtete am 12. April 1868 die Wohn- und Nebengebäude. Während der Balsweber sein jetzt eigenständiges Anwesen am bisherigen Standplatz wieder aufbaute, baute der Balschuster nördlich um eine Hauslänge versetzt sein neues Haus.
Der Hausname „Balschuster“ kommt von den im 16. bis ins 18. Jahrhundert dort ansässigen Schustern (lat. Sutor). Soweit es in vorhandenen Kirchenbüchern nachvollzogen werden kann, waren ab ca. 1640 bis um 1800 fünf Generationen Kainzschuster in männlicher oder weiblicher Erbfolge auf dem Haus. Verkauft wurde das Anwesen 1808 an Georg Steiger aus Obernach. Bereits 1833 kaufte es Lorenz Schuster aus Ramsee. Dieser verkaufte 1850 an Joseph Mayr aus Kalkofen und erwarb selbst den Zwinkenhof. Sein Sohn Anton Mayr übernahm 1893. Im Jahre 1921 war der Grundbesitz auf beachtliche 42 Tagwerk angewachsen. Mayrs Tochter Magdalena heiratete 1922 Andreas Schweiger aus Polling und übernahmen den Hof. Sie hatten keine Kinder. Die Erben von Magdalena und Andreas Schweiger verkauften die Hofstelle 1971 an Max Huber aus Weilheim. Der nördlich gelegene Garten wurde als separater Bauplatz verkauft. Sohn Max heiratete 1978 Monika Biehler (vom Balsweber). Sie erwarben 1981 das Haus und bauten nach ihren Plänen aus und um. Monika und Max Huber haben zwei Söhne und sechs Enkel. Somit sind voraussichtlich vier Generationen Huber „Beim Balschuster“ gesichert.
Franz Huber
(veröffentlicht in Hoagart 16 | Juli 2025, siehe unten, Seite 29)
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