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Es zeigt den Staffelsee vom Furtzipfel gegen das Ostufer zwischen Rieden und Seehausen.
Die fleckig graue Seeoberfläche ist aufgepeitscht von ablandigem westlichem Fallwind bei beginnendem Niederschlag. Eine Gewitterzelle steht im Rücken, von Westen her. Ein ambossförmiger Wolkenschirm ist ostwärts vorausgezogen. Ein heller Streifen zwischen Jochberg (rechts) und Benediktenwand (links), markiert seine Kante. Die helle Seeoberfläche vor dem linken Gegenufer rührt von schwimmendem Hagel her. Lichtstreuende Seerosenblätter sind hell zu erkennen links im Vordergrund.
Erklärung
Je nach Entstehungsbedingungen bilden sich Gewitter verschiedener Art, Ausmaße und Lebensdauer. Das Bild stammt von einem örtlichen Wärmegewitter. Nicht jeder heiße Tag bringt Gewitter.
Es setzt voraus, dass über dem Boden erhitzte Luft in große Höhe aufsteigt. Das ist der Fall, wenn der Höhenwind Luft aufwärts saugt, im Aufstieg fallender Druck die sich ausweitende Luft unter die Taupunkttemperatur abkühlt, bei dieser der Wasserdampf zu einer Wolkenmasse kondensiert. Die im Dampf gebundene Wärme wird frei, erwärmt die Luft weiter und trägt entscheidend zum Auftrieb bei.
Die erfüllten Voraussetzungen werden sichtbar in blumenkohlähnlichen Wolkenformen. Dringt Wolkenluft in stabile Luftschichten, oft höher als 10 km, vor, dann breitet sich diese schichtförmig mit dem Höhenwind über der Gewitterzelle zur Gesamtform eines Ambosses aus.
Die aufsteigende Luft in der sich entwickelnden Gewitterzelle saugt dieser entgegen warme Bodenluft an. Häufig am Staffelsee weht der Wind aus Nordost einem Wärmegewitter im Südwesten (Ammergauer Berge) entgegen.
Die oberen Teile einer Gewitterwolke sind bei kälter als minus 40 °C vereist, wie faserige Wolkengrenzen zeigen. Sobald Niederschlag eintritt, stets durch Kondensation von Dampf auf Eis, bringen fallende Eiskörner oder deren Schmelzwasser Kälte in tiefere Regionen. Zusätzlich wird der Luft durch Verdunstung von Niederschlag fühlbare Wärme entzogen, dafür im Dampf gespeichert. Die kalte Luftmasse stürzt als Fallwind zu Boden und breitet sich als heftige Böen an Vorder- und Rückseite der Gewitterzelle aus. Dabei kann sich ein warnender Wolkenwulst bilden.
Reinhard Mook
(veröffentlicht in Hoagart 16 | Juli 2025, siehe unten, Seite 54)





