Die Gebänderte Heidelibelle ist die Libelle des Jahres 2025. Sie gehört zur Familie der Segellibellen, ist klein – eine der kleinsten unter den Heidelibellen-Arten – und wegen ihrer auffällig gebänderten Flügel leicht bestimmbar. Leider ist sie sehr selten geworden, vor allem durch Verlust und Verschlechterung ihrer Habitate (Lebensräume). Auf der Roten Liste Deutschlands wird sie als stark gefährdet eingestuft. Gesetzlich zählt sie zu den besonders geschützten Arten.
Bei uns im Alpenvorland kommt die Gebänderte Heidelibelle an Teichen, Tümpeln, Gräben und langsam fließenden Gewässern vor. Auf Uffinger Flur ist sie etwa entlang der Ach, in artenreichen Niedermoorwiesen (Streuwiesen) mit später Mahd, in Überschwemmungszonen, an Hangquellen und moorigen Gräben mit Pflanzenbewuchs anzutreffen. Als wärmeliebende Art profitiert sie in gewissem Maße vom Klimawandel.
Das geschlechtsreife Weibchen der Gebänderten Heidelibelle hat eine gelbe Stirn, eine grün-gelb-braune Augenpartie, einen gelblichen schlanken Hinterleib (Abdomen) mit schmalen schwarzen Seitenstreifen und auf den Flügeln ein gelbes Flügelmal (Pterostigma). Das Männchen hat braune Augen, eine rote Stirn und einen dunkelroten Hinterleib, ebenfalls mit schmalen schwarzen Seitenstreifen. Beide Geschlechter haben schwarze Beine und auffällig gebänderte braune Flügelbinden.
Durch die dunklen Flügelbinden wird beim Flug ein Flimmern erzeugt, das die Körpergestalt der Libelle optisch auflöst, wodurch Fressfeinden die Verfolgung erschwert wird.
Wie für Heidelibellen typisch, fliegt auch die Gebänderte Heidelibelle zur Paarung in einem sogenannten Paarungsrad (Tandem). Das Weibchen legt in wippenden Bewegungen des Hinterleibes ihre Eier im Flug über flachem Wasser ab.
Die Larven sind kurz und breit, mit langen Dornen am Rücken und an den Seiten des Hinterleibes; sie entwickeln sich je nach Klima und Wassertemperatur.
Der Höhepunkt der Flugzeit liegt im August bis Anfang September, doch ist die Gebänderte Heidelibelle regelmäßig noch bis Mitte Oktober anzutreffen. Sie sind im Oktober oft die letzten aktiven Libellen des Jahres. Danach sterben die erwachsenen Libellen, meist noch im Oktober, spätestens mit dem ersten Frost.
Was macht die Libelle im Winter? Die Eier überwintern – nicht die Larven! Die Gebänderte Heidelibelle gehört zu den wenigen Libellenarten in Mitteleuropa, bei denen die Überwinterung im Ei-Stadium stattfindet (diese Strategie nennt man Eiarrest oder Diapause). Die Eier sind extrem widerstandsfähig gegen Frost und Austrocknung. Die Larven schlüpfen erst im Frühjahr.
Christine Matthes (Text und Fotos)
für die Naturschutzwacht Uffing
Literatur: Libellen Europas – Der Bestimmungsführer. Bern: Haupt Verlag, 2021, ISBN 978-3-258-07810-6
(veröffentlicht in Hoagart 17 | Oktober 2025, siehe unten, Seite 46)
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