Eingabehilfen öffnen

Das Blaue Land hilft - vereint für die Ukraine!

Mi, Apr 22, 2026
Dieser Beitrag enthält Wörter.
Die Lesezeit beträgt ca. Minuten.
Leseschwierigkeitsgrad:

Eis im Aufbruch

Eis im Aufbruch

Eis im Aufbruch

Information
Bürger | veröffentlicht am: 27 März 2025 | bearbeitet am: 27 März 2025

Im „Hoagart“, Ausgabe 14, ist das Gefrieren auf dem Staffelsee beschrieben.

Unter den klimatischen Bedingungen am Staffelsee balancierte eine Eisdecke schon immer auf einem witterungsabhängigen Grat zwischen Bildung und Auflösung: Kalter kontinentaler Luft bei klarem Himmel, milder maritimer Luft mit Niederschlag. Hinzu kommt die von Weihnachten zunehmende solare Strahlung.

Flüssige Wasserhaut auf Eis
Das Bild oben zeigt eine dicht mit Reif bedeckte Eisdecke, aufgenommen vom Furtzipfel gegen die Insel Mühlwörth. Personen auf dem Eis zeigen, dass es trägt. Im Vordergrund der Schatten einer Baumkrone, zugleich Spuren flüssigen Wassers. Selbst im Januar kann am Eis absorbierte Sonnenstrahlung mittags Reif schmelzen. Auch unterhalb 0 °C bleibt Eis noch von flüssigem Wasser überzogen.

Senken und Höhen der Eisdecke
Das kleine Bild rechts oben zeigt stehendes Wasser auf der Eisdecke. Es könnte von Regen herrühren. Möglich ist aber auch Schnee, dessen Gewicht den Auftrieb der Eisdecke übertraf. Überwasser kann erklären, warum die Schneetiefe auf einer Eisdecke fehlt oder gering ist, verglichen mit Schnee auf Land.

Am Wasser über dem Eis lassen sich schwach ausgeprägte Höhen und Senken der Oberfläche erkennen. Diese lassen auf Unterschiede in der Eisstärke schließen, da der Auftrieb des Eises im Verhältnis zum flüssigen Wasser ein Zehntel seiner Mächtigkeit ausmacht.

Eisfreies Ufer
Im Eis absorbierte Sonnenstrahlung, Taufall auf dem Eis und Lufttemperaturen über dem Gefrierpunkt schmelzen eine Eisdecke von ihrer Unter- und Oberseite her auf. Das Eis zerfällt unter Umkristallisierung in vertikal stehende stabförmige Kristalle. Nur mehr lose adhäsiv zusammengehalten, können diese kaum Kräfte aufnehmen.

Der See gefriert zuerst über der seichten Uferzone. Dort auch taut das Eis zuerst auf. Sonnenstrahlung, welche am Seeboden absorbiert wird, hält den seichten Wasserkörper unter dem Eis bei Zufuhr von Schmelzwasser auf 0 °C.

Eispressung
Das kleine Bild unten zeigt Eisschollen, aufgetürmt durch Schub gegen Land. Die horizontale Komponente von Wind erteilt über die Reibung dem Eis eine Schubspannung. Das Aufbrechen zu Schollen setzt eine Festigkeit der Eisdecke voraus. (Maßstab des Handschuhs ca. 20 cm). Bei schon in lose Kristalle aufgeschmolzenem Eis türmt Wind Wälle aus Kristallen von Eis an Ufern gegen den Wind auf.

Reinhard Mook

(veröffentlicht in Hoagart 15 | April 2025, siehe unten, Seite 49)

 

April 2025

ClimateID Tracking (Umwelt-Zertifikat Hoagart)

  

Redaktion (ehrenamtlich)
Sascha Chowdhury (Redaktion Hoagart)
Redaktionsteam: Sascha Chowdhury (Redaktionsleitung, Bürger, Gewerbe, Kommune), Franz Huber (Kunst und Kultur), Reinhard Mook (Natur und Philosophie)

Was denken Sie?

Schreiben Sie an die Redaktion!
Hinweis: Nach dem Absenden Ihres Kommentars erscheint hier eine kurze Versandmitteilung.

Neue Beiträge

 
Das Wort "Hoagart" leitet sich vom mittelhochdeutschen "Heingarte" ("Heimgarten") ab und bezeichnet ursprünglich den Garten vor dem Haus. Traditionell ist mit "Hoagart" ein gemütliches Beisammensein mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten gemeint, gern auf dem Hausbankerl, bei dem viel erzählt, geschimpft und gelacht wird. Seinen Sie mit dabei und zeigen Sie sich als ortsansässiger Bürger aktiv mit ihrem Engagement, ihren Interessen und ihren Ansichten.