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Fr, Apr 17, 2026
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Die Spirke

Die Spirke

Die Spirke

Information
Bürger | veröffentlicht am: 31 Dezember 2025 | bearbeitet am: 31 Dezember 2025

Die Spirke (Pinus mugo ssp. rotundata), auch Moor-Spirke oder Moor-Kiefer genannt, ist ein Nadelgehölz, das an moorigen Standorten vorkommt. Wie die Latsche (Legföhre, Krüppelkiefer) ist sie mit der Bergkiefer (Pinus mugo) verwandt. Ob es sich um eine echte Unterart handelt, ist jedoch wissenschaftlich umstritten.

Merkmale und Vorkommen
Spirken wachsen strauchig oder einstämmig. Wie die meisten anderen Nadelgehölze behalten sie ganzjährig ihre Nadeln, die paarweise in Büscheln wachsen. Die schuppige Rinde ist, je nach Alter, rötlichgrau bis graubraun. Im Frühjahr wachsen an den jungen, hellgrünen Trieben 1 bis 1,5 cm lange, goldgelbe männliche Blüten. Um junge Langtriebe bilden sich mehrere männliche kurzstielige Zapfen. In den Achseln ihrer Deckschuppen entstehen weibliche Fruchtschuppen, die anschließend verholzen. Sie bilden paarweise hängende hellbraune Samen in dünnen Flügeln aus („Schraubflügel“). Die Spirkenfrüchte können durch Wind weit vertragen werden.

Die Gehölze sind bestens an die Extrembedingungen von Hochmooren angepasst. Spirken stehen bei uns unter anderem im Naturschutzgebiet „Westlicher Staffelsee mit angrenzenden Mooren“. Im feuchten, sauren Boden findet man sie teils in großer Dichte, umgeben von Torfmoosbulten, Beerensträuchern, Heidekraut oder Birken.

Wo im Hochmoor Moorbodenerde offen liegt, können sich Spirken unter günstigen Bedingungen als Pioniergehölz ansiedeln. Auch in den nassen Rinnen von Wildwechselpfaden oder an anderen nassen Stellen wie Kolken (runde Wasserstellen im Moor) ist neben Birken häufig auch Jungaufwuchs von Spirkensträuchern zu finden.

Spirken stehen oftmals in Gruppen. Ausgewachsene Spirken dien(t)en auf Uffinger Flur Rehen, Hasen, Füchsen sowie zahlreichen seltenen Moorbewohnern als Rastplatz. Schlangen nutzen Hohlräume unter dem Wurzelstock auch als Winterschlafplatz. Auch den im Hochmoor vorkommenden Spinnen, Libellen, Zikaden, Faltern und anderen Insekten dient die Umgebung von Spirken als Lebensraum. Bienen sammeln im Frühsommer den Blütenstaub, Vögel finden auf Spirken Futter für sich und ihren Nachwuchs.
Im Voralpenland wurden mit Spirkenzweigen traditionell Wägen für Umzüge, z. B. Grab- oder Leonhardiwagen, geschmückt. Ebenso dienten sie als Weihnachtsdekoration; die steifen Zweige hielten dem Gewicht der schweren Zinn-, Wachs- oder Teigmodeln stand.
Heute stehen Spirken auf der Roten Liste und werden als gefährdet eingestuft.

Der Pilz Lecanosticta bedroht Spirken und Latschen
In vielen unserer Hochmoore leiden die Spirken aktuell sehr stark oder sterben sogar ganz ab. Grund hierfür ist ein aus Amerika stammender Pilz Lecanosticta, der Verursacher der Braunfleckenkrankheit ist. Nach einer Infektion mit dem Pilz der Lecanosticta-Nadelbräune bilden sich anfangs gelbe Flecken auf den Nadeln. Im weiteren Verlauf verfärben sie sich braun und die Nadeln sterben ab. Auch die Bergkiefern verkahlen mit der Zeit und sterben.

Bei einem starken Befall in einem Gebiet bietet sich im Moor ein Anblick mit vielen abgestorbenen Baumgerippen. Vermutet wird, dass die starke Zunahme der Schäden mit den immer häufigeren Trockenperioden und den abnehmenden Wasserpegelständen zusammenhängt.

Christine Matthes (Text und Fotos) und Mathias Wünsch (Text) für die Naturschutzwacht Uffing

Literatur: Steinbachs großer Naturführer Bäume; Der BLV-Naturführer für unterwegs; https://www.lwf.bayern.de/
service/presse/360717/index.php

(veröffentlicht in Hoagart 18 | Januar 2026, siehe unten, Seite 51)

 

Januar 2026

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