Zwei Kulturen, ein Zuhause
Ich heiße Maria Efthimiu und meine Geschichte verbindet zwei Kulturen, die für mich ganz selbstverständlich zusammengehören: die griechische und die bayerische.
Meine Familie stammt ursprünglich aus Griechenland, geboren wurde ich aber im Kloster in Benediktbeuern. Meine Mama sagt deshalb immer, ich sei „so brav“ – wahrscheinlich steckt eben beides in mir: die griechische Herzlichkeit und die bayerische Bodenständigkeit.
Schon immer habe ich mich mit beiden Kulturen verbunden gefühlt. Viele wissen gar nicht, dass Bayern und Griechenland durch König Otto eine gemeinsame Geschichte haben. Für mich ist das etwas Besonderes. Vielleicht fühlen wir uns deshalb auch so nah – sogar die Farben Blau und Weiß verbinden uns. Genau das beschreibt mich eigentlich ganz gut.
Ich bin ein sehr offener und herzlicher Mensch. Am wichtigsten ist mir, dass Menschen sich wohlfühlen – meine Gäste genauso wie mein Team. Teamarbeit bedeutet mir unglaublich viel. Niemand schafft Gastronomie allein. Gerade in stressigen Situationen merkt man, wie wichtig Zusammenhalt ist.
Meine Familie spielt dabei eine riesige Rolle. Meine Tochter Ioanna ist inzwischen elf Jahre alt und von klein auf mit der Gastronomie aufgewachsen. Als wir damals am Campingplatz mit dem Bistro Aichalehof angefangen haben, war sie gerade drei Jahre alt. Heute hilft sie schon richtig mit, verkauft dort Eis am Kiosk oder unterstützt mich beim Ausschank. Das macht mich stolz, denn sie wächst ganz selbstverständlich in dieses Familienleben hinein.
Meine größte Unterstützung ist aber meine Mama Sofia. Sie ist meine rechte Hand und seit vielen Jahren immer an meiner Seite – bei jedem Sturm und jedem Stressmoment. Egal, wie voll die Küche ist oder wie viele Essen gleichzeitig rausgehen müssen: Auf sie kann ich mich immer verlassen. Sie ist unsere Chefköchin und das Herz der Küche.
Bisher waren wir hauptsächlich am Campingplatz tätig. Dort war vieles wetterabhängig und der Platz begrenzt. Mit dem Gasthof zur Post bei Maria beginnt jetzt ein ganz neuer Abschnitt. Hier gibt es einen Saal, Veranstaltungen, Vereine, Hochzeiten und natürlich den Biergarten. Mir ist wichtig, dass dieser Ort gemütlich wird. Menschen sollen nicht nur zum Essen kommen, sondern auch einfach zusammensitzen, etwas trinken und die Zeit genießen können.
Unser Konzept wird bewusst etwas anders sein: eine kleinere Karte, dafür abwechslungsreich und frisch zubereitet. Wir möchten griechische und bayerische Küche verbinden und zusätzlich vegetarische und vegane Gerichte anbieten, weil das heute einfach dazugehört und nachgefragt wird. Qualität und Herzlichkeit stehen dabei immer im Mittelpunkt.
Natürlich ist vieles für mich noch Neuland. Veranstaltungen, Hochzeiten oder Zimmervermietung – das habe ich in dieser Form so noch nie gemacht. Deshalb wünsche ich mir vor allem eines: dass die Menschen uns Zeit geben, anzukommen. Wir werden lernen, wachsen und uns Schritt für Schritt entwickeln. Die Unterstützung aus dem Ort und eine Verbundenheit mit den vier anderen Wirten am Ort bedeutet mir dabei unglaublich viel. Viele Mitarbeiter kommen direkt aus Uffing, und genau dieses heimische Gefühl möchten wir auch weitergeben.
Wir sind insgesamt eine große Familie. Mein Papa bleibt zunächst noch am Campingplatz, genauso wie mein Mann und ein Teil des Teams. Im Winter werden dann alle gemeinsam in die Post wechseln.
Am Ende wünsche ich mir eigentlich etwas ganz Einfaches: dass Menschen gut miteinander umgehen. Mit Herz, Respekt und Offenheit. Die Post ist für viele Menschen in Uffing ein Stück Heimat – und genau das möchte ich pflegen und bewahren. Ich weiß, wie viel Verantwortung hinter so einem Betrieb steckt, wie viel Kraft, Zeit und Liebe man investieren muss. Aber genau dafür mache ich es: für die Menschen, für die Gemeinschaft und für das Gefühl, gemeinsam etwas Schönes zu schaffen.
Sascha Chowdhury, nach einem Gespräch mit Maria Efthimiu am 26. Mai 2026
(veröffentlicht in Hoagart 20 | Juli 2026, siehe unten, Seite 39)





