Meistens gehen wir achtlos daran vorbei, einmal im Jahr am Volkstrauertag steht es im Mittelpunkt der Gedenkstunde nach dem Gottesdienst. Die Rede ist vom sogenannten Kriegerdenkmal, das im Osten der Uffinger Pfarrkirche angebracht ist.
Während der Napoleonischen Befreiungskriege (1813-15) entstanden die ersten dieser Gedenkstätten, nach dem Ersten Weltkrieg war in fast jedem Ort eine zu finden. Die Gräber der Gefallenen lagen – für die Angehörigen unerreichbar – irgendwo am Rande der Schlachtfelder. So wurden diese Denkmäler für die Trauernden zu einem Ort, wo sie ihrer Toten gedenken konnten.
In den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich oft die Aussage der Denkmäler: Neben der Trauer wurde die Opfer- und Heldenbereitschaft der Soldaten in den Vordergrund gestellt. Und nun sollten die Denkmäler nicht nur die Erinnerung wachhalten, sondern auch Vorbereitung auf in Stein gemeißelte Entschlossenheit in Hinblick auf eine Revanche auf einen erhofften Sieg auf deutscher Seite darstellen.
Das Uffinger Kriegerdenkmal lässt davon (glücklicherweise!) nichts spüren: Unter dem Kreuz steht ein demütiger und vielleicht auch trauernder Soldat mit gesenkter Fahne. Es ist in erster Linie ein Ort der Trauer um die Gefallenen der vergangenen kriegerischen Auseinandersetzungen:
1812-13: 8 Gefallene
1870-71: 5 Gefallene
1914-18: 37 Gefallene
1939-45: 64 Gefallene und 22 Vermisste
Eine unglaublich hohe Zahl an Menschen, um die getrauert wurde – zumal vor 80 Jahren unser Dorf um ein Beträchtliches kleiner war. Viele Familiennamen erscheinen immer wieder. Die hohe Zahl der Toten des Zweiten Weltkrieges kommt auch daher, dass die Toten der aus den ehemals deutschen Ostgebieten nach Uffing geflüchteten Menschen mit aufgeführt wurden. Keine Erwähnung fanden leider Menschen, die auf der Flucht, durch Auszehrung, sonstige kriegerische Auseinandersetzungen … verstorben sind.
Eingeweiht wurde das Denkmal 1923. Näheres hierzu verzeichnet die Chronik des Lehrers Plötz.
Der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg wurde in den Jahren danach besonders gedacht. Am Kriegerdenkmal wurden beispielsweise 38 Grabhügel, eingebettet von grünem Moos und umrankt von Efeu, aus schwarzer Moorerde errichtet. Auf jedem Hügel stand ein Kreuz aus Birkenstämmchen, auf dem eine Tafel den Namen und den Todestag zeigte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Mahnmal um die Gefallenen aus unserer Gemeinde ergänzt. Das Gedenken an sie wurde ähnlich der Vorkriegsjahre
gestaltet und gab den Angehörigen und Kameraden die Möglichkeit, diese zu betrauern.
Zum hundertjährigen Bestehen des Veteranen- und Reservistenvereins 1963 erfolgte die Ergänzung des Denkmals mit der Tafel der Vermissten des zweiten Weltkrieges.
Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung des Denkmals.
Einst war es gedacht als eine Erinnerung an die Schmach der Niederlage und das heroische Sterben für das Vaterland.
Heute nach dem Erkenntnisgewinn über die Untaten, die während der Kriege verübt wurden, und der Leiden, welche die Kriege über die Bevölkerung der beteiligten Länder brachten, ist das Uffinger Kriegerdenkmal nicht nur ein Ort der Trauer und des Rückblicks auf die vielen Toten. Es ist für uns heutige Menschen vor allem eine intensive Ermahnung:
Nie wieder Krieg. In jedem Krieg gibt es nur Verlierer!
Katharina Diener (Pfarrei St. Agatha) und Alexander Wintermeier (Veteranenverein)
(veröffentlicht in Hoagart 17 | Oktober 2025, siehe unten, Seite 37)
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