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Fr, Jan 16, 2026
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Antonia Simm – Uffing, ganz tief in meinem Herzen

Antonia Simm – Uffing, ganz tief in meinem Herzen

Antonia Simm – Uffing, ganz tief in meinem Herzen

Information
Bürger | veröffentlicht am: 31 Dezember 2025 | bearbeitet am: 31 Dezember 2025

Ich bin 1989 in Weilheim zur Welt gekommen und in Uffing am Staffelsee aufgewachsen – zusammen mit meinen Geschwistern Maresa Simm und Moritz Buchberger. Meine Mutter ist Margareta Biegert-Simm, mein Vater, Eberhard Simm, ist leider schon verstorben. 

In Uffing bin ich zur Grundschule gegangen und hatte wirklich eine traumhafte Kindheit. Für mich war Uffing immer ein Freiheitsort: mit Freundinnen und Freunden unterwegs sein und erst wieder heimkommen, wenn es Mittag- oder Abendessen gab.

Meine Oma, Irene Biegert, hatte damals schon das Haus in der Kirchtalstraße, an das meine Eltern angebaut haben, als ich ungefähr ein Jahr alt war. Mit ihr habe ich sehr viel Zeit verbracht. Sie hat mich von der Schule abgeholt, wir sind zusammen im ehemaligen Eirenschmalz einkaufen gegangen und haben dort natürlich immer jemanden aus dem Dorf getroffen.

Mit acht Jahren sind wir dann nach Rom gezogen. Meine Mutter hatte eine Stelle an der Deutschen Schule bekommen. In den Ferien hat es uns aber immer wieder zurück nach Uffing gezogen. Das sind bis heute sehr schöne Sommerferien-Erinnerungen.

Nach fünf Jahren ging es zurück nach Deutschland und ich suchte mir ein Gymnasium mit europäischem Schulzweig, wo ich Italienisch als Leistungskurs belegen konnte. Von da an war München mein Lebensmittelpunkt. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Übersetzerin begonnen – weil ich erstmal nicht genau wusste, in welche Richtung ich gehen möchte.

Dann kam der Medienweg. Mein Bruder arbeitete schon damals als Oberbeleuchter beim Film, so konnte ich schon früh Filmluft schnuppern. Ebenso durch meinen Onkel, Claus Biegert, der ja auch in Uffing lebt. Als Kind hat es mich immer sehr beeindruckt, was er von seinen Reisen als Filmemacher aus der ganzen Welt erzählte. Vieles, was ich heute mache, habe ich quasi schon in der Familie vorgelebt bekommen.

Nach einigen Praktika bei Radio und Fernsehen wurde mir klar: Ich möchte ins Kinderfernsehen. Über ein paar Ecken habe ich dann von der Produktionsfirma megaherz in München-Unterföhring erfahren, bekannt durch „Gernstl unterwegs“ und „Willi wills wissen“. Als Praktikantin landete ich dann in der Redaktion des Kinderwissensformats „Checker Can“ und habe dort erlebt: Wenn man zeigt, dass man etwas wirklich will, bekommt man die Chance, direkt mitanzupacken. Noch während des Praktikums durfte ich so meine erste Checker-Folge drehen.

Später wurde ein neuer „Checker“ gesucht und ich war Teil des Casting-Teams. Tobias Krell (heute „Checker Tobi“) ist mir damals in einem SWR-Format aufgefallen. Wir haben ihn eingeladen, er hat uns überzeugt – und seitdem ist er da. Genau wie ich. Seit 13 Jahren mittlerweile. Nach meinem Praktikum habe ich damals ein redaktionelles Volontariat absolviert und bin später Redaktionsleiterin des Checker-Formats geworden. Tobi und ich arbeiten bis heute zusammen und haben riesengroßen Spaß daran.

Was bei Checker Tobi besonders ist: Der Charakter trägt das Format. Da ist nichts gespielt, nichts aufgesetzt – das ist echte Neugier. Unsere Aufgabe in der Redaktion ist es, diese Neugier in eine spielerische, zugängliche Form für Kinder zu bringen. Kein Frontalunterricht, sondern erlebbares Wissen. Und wenn’s lustig ist, lernt man sowieso am besten.

Jede Folge des Kinderwissensformats folgt einem anderen Thema. Und da haben wir das Privileg, in ganz viele Welten einzutauchen, die man als Erwachsener selbst erstmal ganz und gar verstehen muss, um es den Kindern anschließend runterbrechen zu können.

Anfang 2024 war es dann so weit: Der dritte Kinofilm von Checker Tobi wurde geplant, den ich als Regisseurin und Drehbuchautorin übernehmen durfte. Viele Teile des Drehbuchs sind in Uffing entstanden, mit Blick auf den Staffelsee. Ich bin dort gerne, um den Kopf freizubekommen und Inspiration in der Natur zu finden. Das Thema des Films ist das Element Erde. Es geht aber auch um Kindheit und ums Erwachsenwerden. Wenn ich an meine eigene Kindheit denke – an meine improvisierte Naturküche, in der ich Matsch-Suppen mit Blättern und Erde gerührt habe – dann merke ich, wie sehr mich genau solche Erinnerungen bei der Entwicklung der Geschichte inspiriert haben.

Während der Dreharbeiten begegnet uns allerdings auch viel Unvorhersehbares. Unsere Kinofilme sind ein Mix aus dokumentarischen und fiktiven Elementen. Und wenn wir in Madagaskar, Mexiko oder Spitzbergen unterwegs sind, treffen wir auf echte Menschen. Und dann passieren Dinge, die man so nicht vorab ins Drehbuch schreiben kann. Das macht es für mich so schön.

Der Schritt vom Fernsehen ins Kino war für mich sehr aufregend. Es gibt bereits zwei sehr erfolgreiche Checker-Tobi-Filme, da tritt man in große Fußstapfen. Jetzt freue ich mich extrem auf den Kinostart, darauf, das Ergebnis dieser intensiven Arbeit mit der Welt zu teilen.

„Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ startet am 8. Januar in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Messlatte liegt hoch: Der letzte Film hatte 1,4 Millionen Zuschauende. Das ist enorm für einen deutschen Kinderfilm. Vielleicht knacken wir ja wieder die Millionenmarke. Wer weiß!

Besonders freut mich, dass Checker Tobi für viele Kinder das erste Kinoerlebnis ist. Ich weiß noch genau, wie es für mich war, als ich in Murnau das erste Mal im Kino saß. Diese Welt, die sich da eröffnet hat. Dass ich heute diejenige bin, die so ein Erlebnis ermöglichen darf, finde ich großartig.

Neben dem Filmemachen habe ich noch viele weitere Interessen. Ein großes Thema ist bei mir das Kochen. Bis vor ein paar Jahren hatte ich mit einer Freundin sogar einen regelmäßigen „Supper Club“. Eine private Kochreihe, bei der wir zu Hause eine große Tafel aufgestellt und fremde Menschen mit einem mehrgängigen Menü bekocht haben. Ein Ort der Begegnung, der uns viele wunderbare Menschen beschert hat.

Außerdem bin ich sehr gern in der Natur. Ich gehe viel wandern, auch gern allein, weil ich dann meinen eigenen Rhythmus gehen kann. Oft bin ich auf dem Hörnle. Innerhalb einer Stunde ist man in einer völlig anderen Welt und dann wirken so manche Probleme oder Sorgen gleich viel kleiner.

Genau in solchen Momenten entsteht für mich Raum für Inspiration, Kreativität und neue Projekte. Man nimmt einfach eine andere Perspektive ein.

Und apropos Projekte: Ich möchte im kommenden Sommer versuchen, ein kleines Freiluftkino zu organisieren. Mein neuer Film unter dem Uffinger Himmel – das stelle ich mir wunderbar vor.

Für mich ist Uffing einfach ein wichtiger Ort. Ein Kraftort, ganz tief in meinem Herzen.

Sascha Chowdhury, nach einem Gespräch mit Antonia Simm am 19. November 2025

(veröffentlicht in Hoagart 18 | Januar 2026, siehe unten, Seite 16)

 

Januar 2026

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